Auch die schönste Zeit muss wohl irgendwann zu Ende gehen und so musste auch ich nach knappen 1.000km mit meinem treuen Chico einen neuen Besitzer für den kleinen finden und meine Koffer packen. Schweren Herzens bin ich nach wundervollen sechs Monaten in das Flugzeug gestiegen, dass mich nach Deutschland zurückbringen sollte. Doch zum einen ist Südafrika ja nicht aus der Welt und zum anderen ist das nicht meine letzte Reise gewesen. Demnächst also vielleicht mehr aus anderen tollen Orten, an die mich der Wind treibt.
Leider hat ja aber bekanntlich alles ein Ende und so hat es auch uns wieder zurück in die Zivilisation gebracht. Zu guter letzt unserer Reise sind wir die Garden Route gefahren, das ist eine recht touristische Strecke von ca. 700 km am Meer lang. Nach einem kleinen Stopp in dem süßen Städtchen Knysna in dem man wundervolle Sonnenuntergänge am Brandon on Sea bestaunen kann, haben wir noch einen letzten Abstecher in die kleine Karoo nach Ousdtshoorn gemacht. Das ist ein kleines Wüstenstädtchen, das für seine Straußenfarmen bekannt ist. Eine solche haben wir natürlich auch besucht, nachdem wir am Abend erstmal lekker Strauß gegessen haben. Dort wurden wir in die Kunst des Straußenreitens eingeführt. Ganz schön unangenehmes Gefühl einen so großen Vogel zu reiten. Unser letztes Ausflugsziel waren dann die bekannten Cangoo Caves. Dabei handelt es sich um ein System aus Tropfsteinhöhlen das in einer so genannten Adventuretour besichtigt werden kann. Adventure deshalb, weil man nur teilnehmen darf wenn man eine gewisse Körpergröße und einen gewissen Körperumfang nicht überschreitet, da man sonst Gefahr laufen könnte irgendwo zwischen den Felsen stecken zu bleiben. Wie ihr euch also schon denken könnt sind wir durch Felsspalten geklettert und Felsrutschen entlang gerutscht. Sehr empfehlenswert das Ganze.
Die letzten Tage meiner Reise habe ich eher im Middle of Nowhere verbracht.
Wir waren in den Drankensbergen. Eine super schöne Landschaft und wir haben sie gleich 6 Stunden lang bewandert, man war ich fertig danach. Aber es hat sich echt gelohnt! Wir sind im T-Shirt durch Afrika gelaufen während auf den Bergspitzen Schnee lag. Von da aus ging es dann endlich wieder ans Meer, an die so genannte Wildcoast. Eine irre Landschaft dort und noch ziemlich unerschlossen.
Unser erster Stopp führte uns nach Port St. Johns wo wir die Muddcaves besucht haben. Wie der Name schon sagt handelt es sich dabei um Matschhöhlen. Man wird dort also in eine Höhle geschickt, in der man sich mit gelbem Matsch beschmiert, danach kann man Schwefelwasser trinken (ekelhaftes Zeug) und dann geht man weiter zu so einem Schlammloch wo man dann auf den gelben Matsch noch schwarzen Matsch schmiert. Geendet sind wir dann zum Abwaschen im Meer und angeblich war das alles ganz toll fuer die Haut, Aloe Vera ist bestimmt nichts dagegen!
Danach ging’s weiter nach Bulungula, einem kleinen Xhosadorf am Meer, dass man nur mit einem 4by4, also einem richtig guten Jeep erreichen kann. Mitten im Nichts stehen dann ein paar Rundhütten direkt an der Küste und es ist traumhaft dort. Es gibt nur Wind und Solarenergie und die Dusche muss man mit Parafin anheizen…naja war da nicht so gut drin. Entweder sie war zu kalt oder brühheiß…egal…schön wars trotzdem. Und als wäre das alles nicht schon paradiesisch genug, hab ich, sitzend auf einer Baumschaukel auch noch einen Wal fröhlich im Meer rum springen sehen.
Endlich bin ich wieder heil in Südafrika angekommen und es gibt sogar wieder tolle geteerte Straßen. Dort haben wir es zur Abwechslung mal etwas ruhiger angehen lassen. Ein Besuch bei den Augrabies Falls war landschaftlich sehr schön und wir haben lustige kleine Affen mit babyblauen Hoden bewundert. Hat irgendwie schon was Ästhetisches. Von da aus ging es weiter in den Pilanesburg National Park, diesmal sogar ganz ohne Autounfall und dafür mit Krokodilen und Nashörnern. Einen Tag haben wir noch in SunCity verbracht, das ist das Las Vegas Südafrikas. Ein riesige von Menschenhand gemachte Landschaft mit Märchenschloss, Wasserfällen und Strand. Natürlich gibt es auch massenhaft Spielautomaten, Restaurants und einen Wasserpark. Außerdem haben die dort eine Brücke, die zu jeder vollen Stunde in Rachschwaden gehüllt wird und zu Geräuschen, die sich anhören, als würde die Brücke einstürzen, wackelt. Auf der Brücke sind wir einer Gruppe junger Inder begegnet, die sehr zu unserem Leidwesen wesentlich begeisterter von uns als von dem Brückenspektakel waren: Naja jeder von ihnen hat sein ganz individuelle Foto mit uns für zu Hause machen dürfen. War schon eine merkwürdige Situation.
An Pretoria und Johannesburg vorbei hieß unser nächstes Ziel St Lucia Wetlands. Das ist ein sehr feuchtes Gebiet, das bekannt ist für Krokodile und Nilpferde. Kaum angekommen haben wir uns erstmal einen Restaurantbesuch an der Hauptstrasse des kleinen Örtchens gegönnt. Plötzlich kam die Bedienung zu uns und hat uns gesagt, dass auf der Strasse vor dem Restaurant gerade ein Hippo vorbeiläuft und tatsächlich, da stand wirklich eins…wow…hab natürlich gleich den Fotoapparat gezückt und Beweisbilder geschossen….
Unser nächster Programmpunkt war der Etosha Nationalpark im Norden Namibias. Auf einer riesigen Fläche leben dort alle erdenklichen wilden Tiere. Die Umzäunung der Fläche dient nur dazu die Tiere vor den angrenzenden Strassen zu bewahren, das heißt sie leben dort im Prinzip in freier Wildbahn. Besucher dürfen den Park nur auf Schotterstrassen mit dem Auto befahren und ihr Gefährt auch nicht verlassen. Zum Übernachten gibt es drei Camps die nachts mit hohen Zäunen vor wilden Tieren geschützt werden. Es war traumhaft mit dem Auto zu verschiedenen Wasserlöchern zu fahren und die unterschiedlichsten Tierarten zu beobachten. Wir haben Zebras, Springböcke, Nashörner, Giraffen, Elefanten und sogar Löwen sehen können. Nach einem Tag war das jedoch schon wieder vorbei. Da die Camps mit Sonnenuntergang schließen und wir natürlich spät dran waren haben wir eine Kurve der Schotterstrasse etwas unterschätzt und das nicht vorhandene ABS meines Autos getestet. Diese Aktion hat uns direkt über einen ziemlich großen Stein gegen einen Baum geführt. Das Vorderrad stand im 90Grad Winkel von der Achse ab und das eine Hinterrad baumelte fröhlich in der Luft. In unserem jugendlichen Leichtsinn kamen wir zudem noch auf die tolle Idee, dass man 9km zum Camp durch einen Park voller wilder Tiere und bei fast untergegangener Sonne doch problemlos schaffen sollte. Zum Glück haben uns sehr schnell ein paar andere Touristen eingesammelt und ins Camp gebracht. Am nächsten morgen haben wir von en Ranchern erfahren dass ein Löwe und eine Hyäne an dem Auto gewesen sein mussten. Wären wir doch drin geblieben, das wäre ein Abenteuer geworden. Aber alles wird gut und so war’s auch dieses Mal. Das Auto konnte, trotz Achsbruch und deutschen Totalschaden natürlich repariert werden. Da wir solange aber ohne Auto da saßen und man das Parkcamp aufgrund der Tiere nicht zu Fuß verlassen darf, hatten ein Angestellter des Parks dann so viel Mitleid mit uns, dass uns einer von ihnen auf eine ganz private Safari mitgenommen hat. Mit ihm sind wir zu einem für Touristen unzugänglichen Wasserloch gefahren wo wir gleich mal ein schwarzes und drei weiße Nashörner gesehen haben.
Endlich geht es los über die Grenze nach Namibia. Und was soll ich sagen? Unendliche Weiten, keine Menschenseele weit und breit und durchweg nur Schotterstrassen mal mehr, mal weniger gut…aber mein kleiner Chico ist mir ja ein treuer Freund geworden und hat bis jetzt noch alles gut überstanden. toi toi toi! Das erste Ziel war der zweit größte Canyon der Welt. Den haben wir uns bei einer 3km Wanderung natürlich auch angeschaut. Viel Schöner als ein ausgetrockneter Canyon waren allerdings die kleinen Dassies, hätte am liebsten einen mit nach Hause genommen.
Von da aus ging es weiter nach Lüderitz, eine deutsche Dimantengräberstadt an der Küste. Dort bin ich ganz versunken in ein Gespräch in Flip Flops gegen einen Hydranten gelaufen und hab mir meinen großen Zeh ganz dolle angehauen. Früher haben hier jedenfalls deutsche Diamantengräber gelebt, ob die damals auch schon Hydranten hatten? Alles dort ist jedenfalls auf Deutsch und die Häuser sind zum größten Teil noch begehbar allerdings voll mit Sand, da die Stadt nun mitten in Sanddünen liegt. Danach ging es weiter nach Sossuvlei. Das liegt mitten im Namib-Naukluft-Nationalpark und ist eigentliche eine große Sandwüste. Dort haben wir uns, fit wie wir sind, auf den 5km langen Marsch durch weichen Sand gemacht um eine der größten Sanddünen der Welt zu bewundern. Diese ist 170 Meter hoch und blieb für uns ziemlich unerreichbar, da wir zu schwach waren um die Düne noch zu erklimmen. Dafür hat sich uns ein traumhaftes Bild geboten, nachdem wir über eine kleine Düne drüber gestiegen sind. Mitten zwischen dem ganzen Sand war eine riesige weiße Fläche aus Lehm, auf der lauter schwarze tote Bäume standen.
Das ist das so genannte Deadvlei, ein ausgetrockneter Salzsee.
Was machen drei weiße Mädchen einen ganzen Tag im größten Township der Stadt? Townships nennt man die Slums Südafrikas. Diese befinden sich meistens etwas außerhalb der Stadt, werden fast ausschließlich von Schwarzen bewohnt und sind bekannt dafür, dass Weiße sich möglichst nicht einmal in die Nähe wagen sollten. Die ärmsten der Armen wohnen dort in kleinen Wellblechhütten in einem Labyrinth aus unbefestigten Straßen. Aber da meine Kollegin eben dort wohnt und mich zu sich nach Hause eingeladen hat, wollte ich die Chance nutzen und auch von dieser Seite des Landes einen Eindruck bekommen.. Wow war das alles beeindruckend und interessant. Diese kleinen Blechhütten können als “Fertighäuser” für 300 Euro gekauft werden, das sind ca 1,5 Monatslöhne. Erstmal sind wir ein bisschen Rumgefahren um uns ein wenig zu orientieren. Was man eigentlich eher nicht vermutet ist, dass es in diesen Townships alles gibt. Die haben sogar eine eigene Shoppingmall und eine Highschool ganz zu schweigen von kleinen Kiosken, die alles notewendige zu Schleuderpreisen verkaufen. In der kleinen Blechhütte meiner Kollegin wurden wir von bestimmt 15 kleinen Kindern mit einem Tänzchen begrüßt. Die Kleinen waren so niedlich und wollten den ganzen Nachmittag mit uns spielen. Die haben uns gar nicht mehr losgelassen. Meine Kollegin hat uns erzählt, dass von vielen der Kinder ein Elternteil bereits an HIV gestorben ist. Dann ging es weiter zu Freunden, die uns zu einem echt leckeren Essen eingeladen haben. Sogar eine Schokoladentorte haben die besorgt! War uns schon etwas unangenehm. Wir, die für deren Verhältnisse im Geld schwimmen, lassen uns auch noch zum Essen einladen. Als es dunkel wurde, haben wir doch ein wenig dazu gedrängt den Township wieder zu verlassen doch meine Kollegin hatte anderes mit uns im Sinne. Denn es gibt dort nicht nur allen möglichen Kram zu kaufen, es gibt auch kleine Bars, bzw. Discos, die so genannten Shibins. Dort trifft man allerdings überwiegend die männlichen Bewohner, die auch schon den ganzen Tag nichts anderes zu tun hatten als immer tiefer in ihre Flasche zu gucken. Naja wie soll man ihnen das verübeln, sie sind arbeitslos, die Wii hat es bis dorthin noch nicht geschafft und 0,75l Bier kosten gerade mal 75 Cent. Der Tag war jedenfalls ein tolles Erlebnis und die Menschen waren sehr freundlich und gastfreundschaftlich zu uns. Trotzdem merkt man bei Einbruch der Dunkelheit sehr schnell wie die Stimmung der Menschen sich verändern kann und als Weiße nachts im Township ist das Leben alles andere als einfach.
Wow ich hatte noch nie so einen tollen Tag wie diesen! Morgens ging es erstmal zum wach werden aufs Board. Direkt vom Strand ging es dann los zu unserem zweiten Programmpunkt für diesen Tag. .Also ab ins Auto und ca. 40km auf die andere Seite von Kapstadt gefahren. Dort wurden wir auch schon erwartet und zwar zu unserem ersten Fallschirmsprung aus 3000Meter Höhe. Nach einer kurzen Einweisung wie man denn nun richtig aus einem Flugzeug springt…aus einem Flugzeugspringen…ne.. niemals…ich nicht…wozu denn auch. Ich kann laufen und schwimmen, das muss reichen, fliegen können nun wirklich andere. Aber das ganze Gejammer hilft ja nun mal nicht. Also bin ich doch in das kleine nicht sehr Vertrauenserweckende Flugzeug gestiegen und ca. 20 Minuten über Kapstadt geflogen. Somit konnte ich mirden Hubschrauberrundflug wenigstens schon mal sparen. Irgendwann sollte ich mich dann auf den Schoß meines Tandemspringers setzen und er hat mich an sich rangeschnürt. Dann ging auch schon die Flugzeugtür auf und meine Beine hingen in der Luft. Das war vielleicht ein extremes Gefühl.Ich meine die Beine hängen in der Luft dann kommt ganz lange nichts und dann das Meer und der Strand. Das is der helle Wahnsinn. Ehe ich noch irgendwas hätte unternehmen können, war ich auch schon im freien Fall mit 120km/h auf dem Weg nach unten. Nach 10 Sekunden, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, und einem rundum Blick über Kapstadt hat mein Begleiter dann den Schirm gezogen. Du schnellst kurz nach oben und plötzlich wird alles ruhig und stehst in der Luft. Das is auch noch mal der Hammer, wirkt total irreal…Naja dann hat er ein paar Pirouetten gedreht und mir die Schnüre zum lenken in die Hand gegeben. Unter seiner Anweisung durfte ich uns dann zur Landung koordinieren.
Den Rest des Tages haben wir nur noch gemütlich beim BBQ und Boerewors, man is die lekker, ausklingen lassen, hätte nichts gegeben, was dieses Erlebnis hätte toppen können.
Also “Bluesky”, wie der Fallschirmspringer grüßt.
Bis jetzt kannten wir uns nur vom Telefon, doch gestern war es endlich so weit. Ich sollte diesen Mann persönlich kennenlernen. Etwas früher als erwartet klingelte es also an unserer Tür und da stand er! Etwas älter als ich und auch ein bisschen größer, in Jeans, Pullover und mit Sonnenbrille, mein Blinddate…
Nein! Meine Aufgabe momentan ist es verschieden Angebote reinzuholen von Firmen, die unsere Vorhänge reinigen, naja und diese Dinger heißen eben Blinds und ich musste nun mit vier verschiedenen Firmen Dates (Appointments) verabreden zu denen die kommen können, um sich die besagten Vorhänge anschauen zu können und einen Preis für die Reinigung zu nennen. Aber ist doch wörtlich genommen ein Blinddate… Naja und der Kerl den ich beschrieben habe, war eben von der ersten Firma. Und zu eurer Beruhigung war er absolut nicht mein Typ, mal davon abgesehen, dass er mein Opa hätte sein können.
Wow so einen schlimmen Kater wie heute hatte ich wohl noch nie! Nein, natürlich hab ich nicht sinnlos Alkohol in mich hineingeschüttet, ganz im Gegenteil ich hab Sport getrieben und derjenige, der dieses Sprichwort „Sport ist Mord“ kreiert hat, hatte ja so Recht. Ich hatte gestern meine erste Surflesson und habe verzweifelt versucht das Brett, das die Welt bedeutet auch nur einmal zu erklimmen. Aber das war eigentlich noch die kleinste Herausforderung. Die erste Hürde musste ich ja bereits nehmen, als ich das Wasser noch nicht einmal gesehen hatte. Wie ziehe ich einen Wetsuit an? Zuerst einmal sollte man beachten, dass der Reißverschluss nach hinten gehört und es is auch von Vorteil, wenn der Reißverschluss richtig herum ist, so dass man ihn ggf. schließen kann. Ich denke, ich habe so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Zuerst hatte ich den doch sehr figurbetonten Anzug falsch herum an, beim zweiten Versuch dann linksrum und beim dritten Versuch hat es dann doch noch geklappt, man glaubt es kaum. Dennoch war ich allein nach dieser Aktion schon völlig am Ende, aber wie heißt es doch so schön, wer schön sein will muss leiden. Jedenfalls hat man mir dann mein Board in die Hand gedrückt, das war ja viel größer als ich, und mich damit auf den Weg zum Strand geschickt. Doch auch der Weg zum Strand sollte sich nicht zu einfach gestalten. Hmmm was macht man bloß mit so einer großen Fläche bei Seitenwind? Bin also eher zum Strand getorkelt als graziös dahin zu schreiten. Irgendwann bin ich aber im Wasser angekommen und dann ging es auch gleich los. Und nach anfänglichen Problemen hab ich es doch noch geschafft die Wellen zu bezwingen und meine Begeisterung dafür zu wecken.