Lekker Afrika

Lekker Afrika
Meine Zeit in Afrika.

Besuch im Township

August 12th, 2008

Was machen drei weiße Mädchen einen ganzen Tag im größten Township der Stadt? Townships nennt man die Slums Südafrikas. Diese befinden sich meistens etwas außerhalb der Stadt, werden fast ausschließlich von Schwarzen bewohnt und sind bekannt dafür, dass Weiße sich möglichst nicht einmal in die Nähe wagen sollten. Die ärmsten der Armen wohnen dort in kleinen Wellblechhütten in einem Labyrinth aus unbefestigten Straßen. Aber da meine Kollegin eben dort wohnt und mich zu sich nach Hause eingeladen hat, wollte ich die Chance nutzen und auch von dieser Seite des Landes einen Eindruck bekommen.. Wow war das alles beeindruckend und interessant. Diese kleinen Blechhütten können als “Fertighäuser” für 300 Euro gekauft werden, das sind ca 1,5 Monatslöhne. Erstmal sind wir ein bisschen Rumgefahren um uns ein wenig zu orientieren. Was man eigentlich eher nicht vermutet ist, dass es in diesen Townships alles gibt. Die haben sogar eine eigene Shoppingmall und eine Highschool ganz zu schweigen von kleinen Kiosken, die alles notewendige zu Schleuderpreisen verkaufen. In der kleinen Blechhütte meiner Kollegin wurden wir von bestimmt 15 kleinen Kindern mit einem Tänzchen begrüßt. Die Kleinen waren so niedlich und wollten den ganzen Nachmittag mit uns spielen. Die haben uns gar nicht mehr losgelassen. Meine Kollegin hat uns erzählt, dass von vielen der Kinder ein Elternteil bereits an HIV gestorben ist. Dann ging es weiter zu Freunden, die uns zu einem echt leckeren Essen eingeladen haben. Sogar eine Schokoladentorte haben die besorgt! War uns schon etwas unangenehm. Wir, die für deren Verhältnisse im Geld schwimmen, lassen uns auch noch zum Essen einladen. Als es dunkel wurde, haben wir doch ein wenig dazu gedrängt den Township wieder zu verlassen doch meine Kollegin hatte anderes mit uns im Sinne. Denn es gibt dort nicht nur allen möglichen Kram zu kaufen, es gibt auch kleine Bars, bzw. Discos, die so genannten Shibins. Dort trifft man allerdings überwiegend die männlichen Bewohner, die auch schon den ganzen Tag nichts anderes zu tun hatten als immer tiefer in ihre Flasche zu gucken. Naja wie soll man ihnen das verübeln, sie sind arbeitslos, die Wii hat es bis dorthin noch nicht geschafft und 0,75l Bier kosten gerade mal 75 Cent. Der Tag war jedenfalls ein tolles Erlebnis und die Menschen waren sehr freundlich und gastfreundschaftlich zu uns. Trotzdem merkt man bei Einbruch der Dunkelheit sehr schnell wie die Stimmung der Menschen sich verändern kann und als Weiße nachts im Township ist das Leben alles andere als einfach.

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